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Bauen im Bestand – ein paar Gedanken
Bauen auf der ‚grünen Wiese’ ist das Eine, Bauen im Bestand das Andere.

Was für uns den besonderen Reiz am Bauen, Wohnen und Leben im Bestand ausmacht, möchten wir Ihnen in den folgenden Überlegungen ein wenig näher bringen:
   Der Bestand an Gebäuden in Deutschland – und letzten Endes natürlich auch weltweit – ist gebaute Geschichte, das Erbe unserer Vorfahren. Dieses zu bewahren und zu pflegen ist für viele schon der erste Grund. Wer kann sich beispielsweise schon dem besonderen Flair von gründerzeitlichen Wohnhäusern entziehen, mit Ihrer besonderen Grundrißstruktur, den hohen Decken und (etwas Glück) gut erhaltenen Stuckdecken.
   Ein weiteres Argument ist, daß viele der älteren Häuser meist zentral und nahe am Stadtzentrum gelegen sind. Dies ermöglicht zum einen kurze Wege, und zum anderen ist man gerade in Sachen Freizeitgestaltung oft flexibler als wenn man erst aus den ‚Stadtrandbezirken’ in die City fahren muss.
   Sehr viel rationaler betrachtet, aber nicht weniger relevant ist der Punkt Nachhaltigkeit. Gebaute Substanz besteht bereits und muß meist nur den neuen Gegebenheiten angepasst werden, das ‚Bauen auf der grünen Wiese’ führt zwangsläufig zu steigender Versiegelung der Landschaft und zu einem stark gesteigerten Landschaftsverbrauch. Dies gilt jedoch nicht nur für die Gebäude, auch der Bau von Strassen, Plätzen und Wegen trägt hierzu bei.

   Diese Fakten resultieren für uns als Planer in folgenden Konsequenzen: Um das Wohnen im Bestand so attraktiv wie möglich zu gestalten, muß zum einen die Gebäudesituation so gut als möglich an die neuen Anforderungen angepasst werden, andererseits ist es aber auch wünschenswert, in die vorhandenen Strukturen nur ‚sanft’ einzugreifen.
   Potentiale beim Bauen im Bestand gibt es viele, beginnend mit der Nutzung von nicht ausgebauten Dachgeschossen bis zur kompletten Umnutzung und – strukturierung ganzer Wohn- und Häuserzeilen.
   Flankierende Maßnahmen in diesen Zusammenhang könnten zum Beispiel der Austausch von nicht wärmegedämmten Fenstern, die nachträgliche Dämmung von Fassaden und Dächern sowie der Austausch von nicht mehr zeitgemäßen Heizungsanlagen sein. Für viele dieser Klimaschutzmaßnahmen gibt es seitens des Staates Förderprogramme, die einen zusätzlichen Anreiz zur Reduzierung der CO2-Produktion geben sollen.
   Wie Sie sehen, hat der Schutz des Bestandes neben den ‚gefühlten’ auch handfeste Vorteile.
   Wir möchten unsere Bauherren und Kunden dahingehend sensibilisieren und würden uns wünschen, durch unsere Arbeit an Ihren ‚Bestandsprojekten’ weiteren Bauherren die Attraktivität dieser ‚alten und neuen’ Wohnform aufzuzeigen und somit der Zersiedelung vorzubeugen und unseren Beitrag zum Schutz unser aller Umwelt beizutragen.

Ihr Team von herb | architekten